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Der grosse Showdown in der Sonne Rettenbach:

"The Cretins wanna dance" - Record-Release-Party am 27./28.04.2001

Unglaublich aber wahr - nach zahlreichen Entbehrungen und einer hammerharten Endphase bei der Erstellung unseres Jahrhundertsamplers "The Cretins wanna dance" (acht locker organisierte Bands unter einen Hut zu kriegen ist Sozialarbeit pur !) und nicht weniger aufwendigem Organisationsstreß für den anberaumten Event, standen die drei glorreichen Konzernbosse des Swindlebra-Imperiums am frühen Abend des 27.4. in der Sonne zu Rettenbach und harrten gespannt der Dinge, die die kommenden zwei Tage auf sie zukommen sollten. Angesichts der vorhergehenden Bemühungen (auch finanzieller Natur) konnte ein gewisser Erwartungsdruck nicht ganz geleugnet werden.

Tags zuvor hatte uns bereits eine Hiobsbotschaft erreicht: aus familiären Gründen mussten leider die genialen Retarded absagen, was allerdings vollkommen nachvollziehbar war und wir hoffen, daß sich unsere Wege in nächster Zeit mal wieder kreuzen werden. Von der Qualität der Italiener kann man sich anhand der beiden Smashhits auf der Compilation überzeugen. Weiter so !

Glücklicherweise konnten kurzfristig die Drivers aus Neu-Ulm einspringen, die mit ihrem etwas schrägen Rock'n'Roll-Gemisch den explosiven Poppunk der Italiener zwar nicht ersetzen konnten, vom Publikum aber wohlwollend aufgenommen wurden.

Da die Drivers berufsbedingt erst um 22.30 Uhr loslegen konnten, verzögerte sich der großkotzig angekündigte Konzertbeginn von 21 Uhr um lächerliche 1 1/2 Stunden, was aber zu unserer Erleichterung außer besorgten Nachfragen keine ungestümen Reaktionen des anwesenden Volkes nach sich zog. Wir hatten ohnehin Spielraum bis 3 Uhr, also was soll's ?

Danach kam dann der Hammer des Abends - die "Scumbag Roads" mit (nicht mehr ganz so) neuem Line-up (Chris Reeky am Bass) und einem ganzen Packen neuer Songs am Start. Furioser Punk-Rock'n'Roll - besser denn je ! Die Jungs sind zur Zeit im Studio - da kommt was ganz Großes auf uns zu !

Die Apers aus Rotterdam sorgten dafür, daß der geniale Stimmungspegel nicht absackte - rauher '77-styled Poppunk vom Feinsten. Zu meiner Verblüffung wollten die Teenies dann allerdings von der Bühne gehen ohne ihre beiden Hits vom Sampler zu spielen, da die der neue 2. Gitarrero wohl noch nicht drauf hatte und die ohnehin irgendwie gar nicht ins Set gehörten. Unverständlich, da ich fast alles von den APERS kenne und die zwei Compilation-Songs das gottverdammt Beste sind, was sie jemals aufgenommen haben. Meinem diplomatischen Geschick war es zu verdanken, daß auch Rettenbach in den Livegenuß besagter Knaller kam, wobei der 2. Gitarrist eine "No Angels"-reife Playback-Darstellung darbot. Geiler Auftritt und ich glaube die Holländer hatten diesen und auch den kommenden Tag verdammt viel Spaß im wilden Süden. Wir sehen uns !

Das Sahnehäubchen setzten dann noch die Reekys drauf, die nach dem Ausstieg von Bassist und Sänger Ruben nun 'nen ganzen Tacken härter und aggressiver rüberkommen, ohne jedoch ihre Ramones-Kompatibilität zu verlieren. Cooler Abschluß eines grandiosen Abends!

Achja, zum Publikum: rappelvoll war's, herrliche Partystimmung ohne jegliche Mißtöne, und das gilt für beide Abende - vielen Dank an alle die da waren und die somit nicht nur der Sonne einen würdigen Abgang beschieden sondern auch der Swindlebra-Untergrundkultur einen wertvollen Dienst erwiesen haben. Macht weiter so - wir zählen auf euch !

Auf Prominenz-Namedropping verzichte ich hier, es hat uns aber gefreut, daß wir großflächig zur Kenntnis genommen werden.

Der 2.Tag sah mich schon leicht angeschlagen eintaumeln, was angesichts der Ereignisse der vorhergehenden Nacht bzw. der mittlerweile verflossenen Tageszeit nicht ganz überraschend erscheint. Mit einem Wort: optimale Voraussetzungen für einen weiteren Meilenstein in der Swindlebra-Rock'n'Roll-Geschichte, und so sollte es auch kommen.

Die Dirtshakes knüpften zu Beginn nahtlos an ihren fulminanten Auftritt vom Dezember 2000 an - phantastischer, dreckiger Power-Rock'n'Roll - kauft auch die 10" !

Im Anschluß dann Curlee Wurlee mit ihrem unwiderstehlichen, französisch angehauchten und orgelbeschleunigten Poppunk bzw. Powerpop. Leider hatte mittlerweile die Besetzung gewechselt, so daß Original-Gitarrist Lutz, der legendäre Soundflat-Imperator, auf den wir uns gefreut hatten, nicht mit von der Partie war. Irgendwie steigt der immer aus bevor es in den Süden geht (siehe Cheeks). Dran arbeiten und viele Grüße !

Curlee Wurlee waren o.k., jedoch kam partielle Kritik an der etwas exaltierten Spoken-Word-Performance der aufgekratzten Sängerin/Organistin Cecile auf, die zwischen den Songs ihre Kindheit und Jugend therapeutisch aufarbeitete. Curlee Wurlee möchte ich an dieser Stelle noch für ihren grandiosen Fernsehauftritt in der bundesweit ausgestrahlten TV-Sendung "Lokalzeit" auf WDR 3 (Samstag, 21.4., 19.30 Uhr) danken, wo sie auf großartigste Weise unseren Sampler hypten, der aufgrund der Tolpatschigkeit des Moderators permanent in Vollbidgröße zu sehen war. Wir sind berühmt ! Danke Cecile!

Die Backwood Creatures im Anschluß ließen erwartungsgemäß gar nix anbrennen. Eine der Livebands schlechthin. Jeder der dabei war oder die sonstwo schon gesehen hat weiß was ich meine. Schon auf Platte hervorragend, aber live kaum zu toppen. Und das Publikum wusste es zu danken.

Die Rettenbach-kampferprobten Cave 4 hatten danach leichtes Spiel mit ihren Surf- und Rock'n'Roll-Hymnen dem tobenden Volk den Rest zu geben.

Boah, was für ein Abend, was für 2 Tage, was für ein Festival ! Unsere bereits reichlich hochgesteckten Erwartungen wurden spielend übertroffen. Proppenvoller Laden, Riesenstimmung, Party pur. Danke an alle Beteiligten, von den Besuchern über die Sonne-Crew bis hin zu den Bands - ihr seid 100% und das motiviert auch in Zukunft etwas auf die Beine zu stellen. Bis bald !!!

Die Nacht endete dann gegen 8 Uhr morgens, die obligatorische Suche nach dem Swindlebra-Geldbeutel war allerdings erst gegen 15 Uhr nach dessen überraschendem Fund im Küchenschrank beendet - also alles beim Alten !

PROST !

Cheesy Swindlebra