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03.06.2004 Red Union, The Havana Affairs - München, Prager Frühling

Schaut so aus, als wenn der Prager Frühling Ende des Monats dicht machen würde. Ich weiß zwar nicht aus welchen Gründen, wäre aber schade um diesen trashigen Schwabinger Kellerclub, der immer für interessante Konzerte in anheimelnd schräger Atmosphäre gut war und durch einen obskuren "Garderobier" glänzte. Bedingt durch die räumliche Struktur und die Miniaturanlage besteht allerdings ein notorisches Soundproblem, da sich das Dargebotene eigentlich immer anders anhört, sobald man seinen Standort nur um 2 Meter verlagert, was eine objektive Kritik nicht erleichtert.

Die Havana Affairs hatten zum Tourauftakt Heimrecht und boten ein Wechselspiel zwischen punkigen Uptempo-Nummern und langsameren, rockigeren Stücken. War weder Fisch noch Fleisch und wirkte auf mich irgendwie zu studentisch, wozu auch die aufgesetzte Coolness und die hippen Prinz-Eisenherz-Scheitel-Britpop-Gedächtnis-Frisuren passten. Bei der Hochschul-Fan-Homebase kamen sie prima an, das Streetpunk-Publikum blieb eher reserviert.

Dies änderte sich, als Red Union aus Novi Sad loslegten. Die 4 Serben lieferten ein Konglomerat aus Clash, Cock Sparrer (wurden beide auch gecovert), modernem Streetpunk schwedischer Prägung und bei etlichen Songs meinte ich deutliche Anleihen bei den Newtown Neurotics heraus zu hören. Die Instrumentierung bei Red Union ist eigentlich ziemlich unspektakulär und bewegt sich innerhalb der Genregrenzen. Der Star ist eindeutig der Sänger, den man vom Typ her eher als Schreihals einschätzen würde, der jedoch über eine klasse Stimme verfügt und hauptverantwortlich für die Melodieführung der hymnischen Songs zeichnet, wobei er bei den Refrains meist noch eine zweite Stimme zur Unterstützung erhält. Sympathisch, eingängig und nicht unpolitisch (was bei ihrer Herkunft nicht verwundert) - bin gespannt wie es mit denen weiter geht, das Potential ist jedenfalls da.



Cheesy