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27.01.2004 Pistol Grip, Cashless - München, New Backstage

Dieses Streetpunkding wirkt ja mitunter ganz schön ausgelutscht: wenn austauschbare Band-Klons der 3. und 4. Generation die stets gleich gestrickten Standardmitgröhlnummern zum Besten geben, wende ich mich meist schon gelangweilt ab. Aber zum Glück gibt es immer wieder die rühmlichen Ausnahmen, die einen eigenen Stil und Charakter entwickeln und somit das Genre am Leben erhalten.

One Man Army habe ich vor 2 Monaten an dieser Stelle schon gebührend abgefeiert, mein absoluter Favorit ist aber derzeit Pistol Grip, die ich schon einmal als Vorband von Oxymoron bewundern durfte und deren 2 LPs ich wirklich großartig finde. So hielt mich am Dienstag Abend nicht einmal übles Schneegestöber davon ab ins Auto zu steigen und ins Backstage zu düsen - für jede Band hätte ich das nicht gemacht. Diese widrigen Bedingungen waren wohl mit eine Ursache, warum sich letztlich nur ca. 40 Leute einfanden.

Die Vorband war eine absolute Überraschung: Cashless, 5 Jungs aus dem niederbayerischen Eggenfelden (allerdings ohne Küblböck), boten wirklich höchst abwechslungsreichen Streetpunk mit hervorragendem Songwriting und topfitter Instrumentierung. Das Gebotene deckte das Spektrum von melodiösen Stücken im Fahrwasser von Generators oder One Man Army bis zu kurzweiligen Mitgröhlkrachern weitflächig ab, ohne dabei abgedroschen rüberzukommen. Ein fähiger Sänger perfektionierte das positive Gesamtbild und wären die aus den Staaten würde die schon jede Sau kennen. In Eggenfelden hat man offensichtlich jede Menge Zeit zum Proben und im Falle von Cashless hat sich das definitiv gelohnt.

Im Anschluss dann Pistol Grip, die von Beginn an mit 2 Widrigkeiten zu kämpfen hatten: zum Einen war das spärliche Publikum nur schwer aus der Reserve zu locken, was zum Anderen dadurch erschwert wurde, dass vermutlich mangels vorhergehendem Soundchecks die ersten Songs zur Feinabstimmung herhalten mussten, was einfach ein beschissener Einstieg für eine trotz Headlinertour immer noch relativ unbekannte Band ist.

Das mit dem Sound haute dann irgendwann hin und auch das Publikum zeigte sich zusehends wohlwollender, was zum Schluss sogar noch in eine ordentliche Zugabe ausuferte. Ich persönlich kann mich dem Charme dieser Band und vor allem deren hinterhältigen Ohrwürmern einfach nicht entziehen. Gepolstert durch eine Zweigitarrenfront und eine satte Rhythmusgruppe gelingt es vor allem dem Sänger mit seiner einzigartigen Stimme eigene Melodielinien zu ziehen, die mir nicht mehr aus dem Kopf gehen. Ein Pistol-Grip-Song ist unverkennbar und aus der Masse gesichtsloser Einheitshymnen jederzeit als solcher heraus zu hören. Pistol Grip erfinden das Rad nicht neu, geben ihm aber eine schöne Form !


Cheesy