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Sa. 27.03. Candies / Kate Mosh / New Black im - Beteigeuze-Ulm

Schon seit Tagen war ich bester Laune wegen des bevorstehenden Indierock-Events im Ulmer Beteigeuze und hatte mich daher schon mal im Netz informiert, was geht. Überpünktlich kam ich gegen 20.45 h im "Betei" an und war zunächst mal etwas geschockt von der Ignoranz des sogenannten Ulmer Indiepublikums. Anstatt in Schlange an der Kasse stehenden Menschen mit bunten oder andersfarbigen Haaren zu begegnen, konnte ich zu meinem Erstaunen gleich vom Kassierer meines Vertrauens Klaus durchgewunken werden. Okay, keine Panik, dachte ich mir - ist ja noch Soundcheck. Als allerdings die Berliner Kate Mosh gegen 22.30 h vor ca. 50 interessierten Zuschauern ihren Set begannen, war meine Stimmung schon ziemlich im Keller.

Dies war aber den talentierten Musikern von Kate Mosh gottseidank ziemlich egal und sie legten los wie die Feuerwehr. Lauter und schmerzvoller, aber durchwegs positiver und sonniger Noiserock mit hohem Wiedererkennungswert, der ein bißchen an späte Cure/Sonic Youth erinnerte. Spätestens bei Songs wie "Kick nave and the sad beat" und dem Knaller "Do you like me", wußte ich, daß der Abend doch noch äußerst amüsant werden konnte. Nach dem etwas schrägen "Disappear" folgten nur noch Hits von ihrem Debut-Album "Life is funfair" und als letzter Song das herzzerreissende "Sandy" mit schnörkellosen Gitarren und wundervoller Orgel. Tontechnisch und äußerst professionell war das komplette Set der Band, da gab`s wirklich nix zu meckern.Die Songs sind alle perfekte kleine Ohrwürmer und gehen runter wie Zäpfchen (Vorsicht Suchtgefahr!).

Nach der üblichen Umbauerei auf der generösen und für solche Acts bestens gerüsteten "Betei-Showbühne", enterten die italienischen Süßwaren das Schiff und machten keine Gefangenen. Schon der Opener "You fly while driving", ein hypnotischer Stakkatosong mit Hallvocals im Hintergrund und schnellen offensiven Gitarren erinnerte in seiner Machart an die guten alten "The Fall". Dermaßen rockig gings mit zwischendurch mal ein Break und etwas Minimalistik-Punk ziemlich eigenständig und treibend durch den Set, der mit der exakt auf den Punkt gebrachten rohen Energie zu einem wahnsinnigen Gebräu genialsten Postpunks mutierte. Absoluter Höhepunkt war dann der von mir sehnlichst erwartete Überhit "Statue". Ein ruppiger und treibender Song mit Wahnsinns-Refrain und geilen Hooks, der einem nicht mehr aus Kopf geht. Solche Candies mag ich auch...

Nach gut 45 Minuten war dann Schluß und meine heimliche Lieblingscombo dieses genialen Indiepacks, die Chicagoer New Black traten an, das Betei-Publikum nochmals Arsch zu treten. Und wer von den Anwesenden geglaubt hatte, eine Steigerung wäre nicht mehr möglich, wurde eines besseren belehrt. Mit einer perfekten Symbiose aus Pop, New Wave (B 52`s) und Garagerock zelebrierte der gemischte Vierer eine gnadenlos geile Liveshow. Trotz anfänglicher kleinerer Mikro-Probleme hatten die Girls und Boys aus USA das Publikum nach den ersten Akkorden voll im Griff und die wenigen Besucher verwandelten das Betei in eine ausverkaufte Fußballarena. Beim Überhit "Angels with cockroach wings" war dann der volle Mob am Pogen und Arschwackeln, daß endlich wieder die altbekannte Heimspielatmosphäre auftrat und die Band die anfangs gezeigte Nervosität ablegte. Hit folgte auf Hit und es war kein Ende in Sicht. Beim Abschlusssong "Booze Olympics" (Groovie Ghoulies meets B 52`s, genial!) gaben sie nochmals Vollgas und hinterliessen ein staunendes Publikum, bei dem sichtlich der Akku leer war - wie bei der Band auch.

Fazit: Ein genialer Indierockabend (nicht nur für SPEX-, VISIONS- u.INTRO-Leser!) mit absolut geilen Bands, ziemlich eigenständiger und astreiner Gitarrenmucke, der kaum zu toppen sein wird! In punkto Besucherzahl sei mal allen Daheimgebliebenen gesagt, da habt ihr euch ein schönes Ei gelegt. Frohe Ostern noch!

PS: Dank an die örtliche Presse (ihr wisst, wer gemeint ist!), die aufgrund anstehender Frühjahrsmüdigkeit dieses Indierock-Highlight als "Schrammelpunk" ankündigte und somit trotz zugesandter Bandinfo nicht in der Lage war, den Act dementsprechend zu würdigen.
PPS: Dank (aufrichtig) geht an die Macher vom Beteigeuze, die weder Kosten noch Mühen gescheut haben, diesen Independentact nach Ulm zu holen. Weiter so, Freunde!


slimo