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Fr. 07.05.04: LES BATON ROUGE - Pufferbar ULM

Santa Fischreuse!

Kann sich vielleicht jemand von Euch daran erinnern, wann zuletzt in der PUFFERBAR gepogt wurde? Ich auf die Schnelle auch nicht, allerdings gehört "sich erinnern" nicht gerade zu meinen Stärken. Darum eins nach dem andern... Es begab sich an diesem gewöhnlichen Freitag, der den obligatorischen Frühdienst beinhaltete, daß ich meistens nach lecker Kaffee & Kuchen gegen 17 h meinen dringend benötigten Schönheitsschlaf einforderte. Diesmal aber war ich durch die Rückgabe einer DVD ("In einem Land vor unserer Zeit" - cut um 8 Min. und das bei einer 12er Freigabe!) zu Drogen Müller gefahren, um den Schrott zu tauschen. Wer mich schon mal beim DVD-Tausch begleitet hat, weiß, daß dies einem Autokauf gleichkommt...

Also kam ich erst gegen 19 h wieder zu Hause an und legte mich aufs Ohr. Kurz darauf hörte ich friedlich schlummernd aus weiter Ferne ein langgezogenes und anhaltendes "Miaauuu", welches unmissverständlich auf einen leeren Fressnapf meines Tigers deutete. Mit einem Schlag war ich hellwach. Meine Uhr zeigte bereits 21.38 h und ohne den Hunger meiner Mauz würde ich jetzt noch pennen. Fettes Schwein gehabt... Die Pufferbar war dennoch fast leer und Cheffe Klaus unterhielt sich gerade mit einer gutaussehenden üppigen Blondine, deren ausladendes Dekolletè mir gleich verriet, daß es sich hier um Suspiria (...nicht der Argento-Klassiker!), der Sängerin von "Les Baton Rouge" handelte. Das Thekenpersonal in Form des DJ legte die Meßlatte gleich ziemlich hoch: White Stripes, Dead Boys, Distillers...der Abend konnte beginnen.

Langsam begann sich auch der Saal zu füllen und nach kurzem Instrumentencheck fegte ein Soundorkan über Ulm, Olgastraße und Pufferbar hinweg, der sich gewaschen hatte. Der portugiesische Vierer (Git., Bass, Drums & Voc.) zelebrierte einen Stil, der mich an selige X-Ray-Spex-Zeiten erinnerte. Angetrieben von einer lärmenden Gitarre, unterstützt von wütenden Schlagzeugattacken, begann die charmante Suspiria mal aufreizend, mal böse mit einer Stimme, die Poly Styrene gern besessen hätte, das Publikum in den Arsch zu treten. Diese wüste Mischung aus 70s Punkrock, New Wave, Garage, New York HC und Rock & Roll war genau das, welches die anwesenden Besucher incl. meiner Wenigkeit in dieser Perfektion niemals erwartet hätten. "My Body - the Pistol" (Titel der aktuellen CD auf elevatormusik!) war das Motto der Band und ich verstand sofort, als ich Gebärden und Mimik von Sängerin Suspiria erlebte. Das Publikum anscheinend auch und die proppenvolle Pufferbar schien zu wanken. Zwischendurch blickte ich etwas verwirrt durch die Fenster nach draussen, da ich befürchtete, die vorbeifahrende Tram könnte entgleisen. Dem war glücklicherweise nicht so und der Mob war jetzt voll am Pogen. Die Band strahlte eine Wahnsinnsenergie aus und rockte mit einer solchen Power, daß ich mich nicht zum Pissen traute, aus Angst ich könnte was verpassen.

Der Sound war `ne perfekte Mischung aus Rrriot Grrrl (Bikini Kill), X-Ray Spex, Cramps, Dead Kennedys, Slits und weiß der Teufel was noch - es passte einfach alles. Dazu noch dieses unglaubliche Organ und die hysterische überdrehte Bühnenshow gaben der Meute, was sie brauchte: Bier, Schweiß und Rock & Roll und das nicht zu knapp. Als die Zugaberunde eingeläutet wurde, saß längst keiner der Anwesenden mehr. Ein Song nach dem anderen wurde frenetisch abgefeiert, die Band durch ständige Begeisterungsrufe nach vorne gepusht und zu guter Letzt aufgefordert, den Set nochmal zu spielen. Dazu waren die Helden von "Les Baton Rouge" aber zu erschöpft und nach gut 1,5 h durften sie unter minutenlangen Beifallstürmen und "We want more" Rufen, zum Duschen gehen.

Leider wurde es diesmal nix mit dem Kauf der neuen "My Body-the Pistol" CD der Portugiesen, denn das Label elevatormusik hatte schlichtweg keine mehr auf Lager, sodaß ich mich artig in die Liste der Besteller eintrug und ich bis jetzt immer noch auf das gute Stück warte.

Fazit: Heißester Anwärter auf die diesjährige EM-Schüssel bzw. Championsleague-Trophäe.
Wertung: 9/10 P.

Eusèbio.