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Sa. 10.04. Jancee Pornick Casino - Pufferbar, Ulm

Die ganze Woche über war ich trocken geblieben, um beim Gig der mir bis dato nur vom Namen her bekannten Las-Vegas-Punk-Combo "Jancee Pornick Casino", endlich mal wieder die Sau rauszulassen. Gegen 21 h machte ich mich auf den äußerst strapaziösen Nachtmarsch Richtung "Pufferbar" und 1 Zigarette später saß ich bereits bei Bier und Tequila am Tresen, der wie immer um diese Zeit recht mäßig besuchten Kneipe. Das trashige Ambiente der "Pufferbar" sorgte wie immer für eine ziemlich heimelige Stimmung und auch Cheffe Klaus war bereits bester Laune, da ein Thekeneinsatz seinerseits noch in weiter Ferne stand. Langsam füllte sich der Schuppen und gegen 22.30 h enterten die Mannen um Jancee Pornick das Casino...äh, die Bühne. Was nun folgte, war "Pulp Fiction Showtime" at its best. Mit einer äußerst gelungenen Mischung aus Surf, Rockabilly, Beat, Country und weiß der Teufel was noch - stop - Balalaika, Kasatschok und Banjogedudel inclusive, legte der amerikanisch-russische Dreier los, als gelte es den Pulp Fiction # 2 Soundtrack einzuspielen. Man merkte, daß sich die Jungs durch zahlreiches Touren mit Dick Dale, Los Lobos, Dead Moon u.a. eine souveräne Ausstrahlung angeeignet haben, die sich auch auf das Publikum übertrug, welches spätestens bei "Chikatilo Boogie", euphorisch abtanzte. Immer mehr Besucher drangen während des Gigs in die "Pufferbar". Cheffe Klaus hatte wohl vergessen, das "Ausverkauft" Schild an der Eingangstüre anzubringen und meiner Schätzung nach dürften sich zwischenzeitlich ca.100 Interessierte bei diesem genialen russisch-amerikanischen Mix der Stile begeistert haben.

Äußerst trinkfest erwies sich auch die Band, die locker `ne Flasche Wodka ohne mit der Wimper zu zucken leermachte, um dann mit lecker Bier nachzuspülen. Anschließend gings ans Eingemachte und mit superben Coverversionen die Zugaberunde eingeläutet. Bei "Americano, "Viva las Vegas", "Love her madly", "Theme from Derrick" und dem genialen Surftwang mit Balalaika gespielten "Inferno on Brighton Beach" war der Mob kaum noch zu halten und feierte die Combo als wäre der Rock`n` Roll gerade neu erfunden worden. Das war er zwar nicht, dennoch überzeugten die Jungs mit ihrer eigenwilligen Interpretation der obengenannten Klassiker und hinterliessen ein sichtlich berauschtes Publikum, das die Band nur widerwillig nach der x-ten Zugabe von der Bühne ließ. Anschließend noch mit Plakat, Sticker und CD eingedeckt, machte ich mich auf, den frühen Morgen bei "Jancee Pornick Casino" aus der Konserve ausklingen zu lassen. Der Geist war willig, aber das Fleisch wohl zu schwach und so schleppte ich mich müde und zufrieden zur Koje, während aus den Boxen gerade "Theme from Derrick" schepperte und den sichtlich angeschlagenen Autor ins Reich der Träume begleitete.


slimo.

PS: Sollen auch lt. Ankündigung am Mi., 19.05 04 im "Salon Hansen" spielen!