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02.08.2004 The Briefs, Real McKenzies - Innsbruck, Treibhaus

Im gesetzteren Alter können mich zwar noch etliche Bands begeistern, allerdings schafft es kaum eine mehr, dass ich zum richtigen Fan mutiere. Eine dieser seltenen Ausnahmen sind die phänomenalen Briefs, die ich seit ihrer ersten LP verehre und deretwegen ich mich auch zu irrationalen Handlungen hinreißen lasse. So verwundert es also nicht weiter, dass ich - nachdem der Tourplan leider einen weiten Bogen um die bayerische Landeshauptstadt gemacht hat - sogar vor einer Reise ins seltsame Österreich nicht zurückschrecke.

Mit meinen beiden Begleitern per Handy vom lokalen Veranstalter des hervorragenden Choke-Fanzines dirigiert waren wir zeitig vor Ort und konnten uns im dortigen Bier"garten" vom Erfolgsrezept der österreichischen Konjunktur überzeugen: "Wir bedienen draußen nicht mehr, weil so viel los ist." Nachahmenswert. Eröffnet wurde der Abend gleich vom Grund meiner Reise - den legendären Briefs, und ich sowie der Rest des anwesenden Volkes bekamen genau das, was wir ersehnt hatten: knalligen Gute-Laune-Punkrock mit Wave-Einsprengseln, der kein Auge trocken lässt. Ich erspare mir weitere mit Superlativen gespickte Lobeshymnen, ich war nach dem Auftritt einfach glücklich und zufrieden und der Weg hatte sich definitiv gelohnt.

Die Real McKenzies konnten mich im Gegensatz zu früheren Auftritten nicht wirklich mitreißen. Der Funke wollte einfach nicht zünden, die Band wirkte auch etwas angefressen und mir wurde von bisweilen unsympathischem Auftreten abseits der Bühne berichtet. Ich kann mir vorstellen, dass es für die kanadischen Schotten nicht leicht ist: da bringen sie seit Jahren weltweit die Clubs zum Kochen und werden auf dieser Tour vermutlich jeden Abend von den Briefs gnadenlos an die Wand gespielt, das kann nicht jeder so gut ab. Aber vielleicht hatten sie auch einfach nur heute einen schlechten Tag.

Für mich hatte sich die Reise ins Gebirge definitiv gelohnt und bei der Rückfahrt am nächsten Tag wurde der positive Gesamteindruck noch mit einem Wirtsgartenlunch im idyllischen Mittenwald abgerundet. So lasse ich mir den Alpensommer gefallen !

Cheesy